Wir suchen die Asiatische Mörtelbiene!

Die Heimat der Asiatischen Mörtelbiene (Megachile sculpturalis, Smith 1853) liegt weit entfernt im Osten (Japan, China, Korea und Taiwan). Vor rund zehn Jahren wurde die Asiatische Mörtelbiene als erste gebietsfremde Wildbiene Europas in Frankreich entdeckt. Seitdem ist sie besonders umtriebig und breitete sich rasant in ganz Europa aus. Gemeinsam suchen wir die Asiatische Mörtelbiene in Österreich. 

So erkennen Sie die Asiatische Mörtelbiene

Die Asiatische Mörtelbiene ist eine sehr auffällige Wildbiene. Selbst auf Fotos oder Videos ist sie relativ leicht von allen anderen heimischen Bienen unterscheidbar.

Hier sehen Sie ein männliches und ein weibliches Individuum:

C1 Lanner2020

Hier können Sie die Biene beobachten

Die Asiatische Mörtelbiene ist ein häufiger Gast künstlicher Nisthilfen, sogenannten „Bienenhotels“. Wie auch andere Wildbienen benötigt die Asiatische Mörtelbiene für ihre Nachkommen Hohlräume in Totholz – die vorgefertigten Löcher in Insektenhotels sind dafür ideal geeignet. Dort findet die Biene Platz, um ihre Nester anzulegen, da sie trotz ihrer Größe und des kräftigen Kiefers nicht in der Lage ist, selbst Gänge in Holz zu bohren.

Pollen sammelt die Asiatische Mörtelbiene bevorzugt bei exotischen Pflanzen, welche in Mitteleuropa häufig als Zierpflanzen eingeführt wurden. Diese Zierpflanzen schmücken Garten und Parks, wie etwa der Japanische Schnurbaum. Nektar trinken die Asiatische Mörtelbienen gerne bei Lavendel oder Blauregen.

Ihre Beobachtung können Sie direkt auf unserer Homepage melden, via Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf Instagram.

Eingeschleppt oder doch invasiv?

Die Asiatische Mörtelbiene ist die erste und bisher einzige invasive Wildbiene Europas.

Zu dieser Erkenntnis trugen Teilnehmer*innen des Citizen Science Projektes maßgeblich bei. Teilnehmer*innen meldeten aggressives Verhalten gegenüber heimischen Wildbienen. Die Asiatische Mörtelbiene wurde beobachtet, wie sie Nester einheimischer Wildbienen ausräumte. Die freigewordenen Gänge benutzte die invasive Biene für den Eigengebrauch. Basierend auf diesen Meldungen und weiteren Daten aus Frankreich, wird die Asiatische Mörtelbiene als invasive Art eingestuft.

Dennoch stellt nicht jede eingeschleppte Art sofort eine Bedrohung für die heimische Biodiversität dar. Es gilt für jeden Neuankömmling, genaue Untersuchungen anzustellen, ob und welche Konsequenzen durch die Einschleppung zu erwarten sind. Erst, wenn eine eingeschleppte Art einen beobachtbar negativen Einfluss auf die neue Umwelt hat, wird sie als invasiv eingestuft.

Die Ziele des Projekts

Ziel des Projektes ist es, die Asiatische Mörtelbiene ausfindig zu machen. Einerseits zielt die wissenschaftliche Forschung darauf ab, negative ökologische Konsequenzen in Europa zu untersuchen. Wir nehmen biotische Beziehungen der Asiatischen Mörtelbiene genau unter die Lupe und untersuchen das Verhalten hinsichtlich der Pflanzen- und Nistplatzwahl. Andererseits erforschen wir die Gene der Asiatischen Mörtelbiene. In diesen Laborstudien untersuchen wir die Einwanderungsgeschichte der Asiatischen Mörtelbiene Europas. Durch den Aufbau eines internationalen Expert*innen-Netzwerkes arbeiten wir auch an vielen weiteren Fragestellungen, zum Beispiel welche Bakterien und Viren die Biene besiedeln.

Abseits unserer wissenschaftlichen Ziele ist es uns ein Anliegen, die Teilnehmer*innen auf die lokale Fauna aufmerksam zu machen. Citizen Scientists bekommen ein Gespür für die möglichen Auswirkungen gebietsfremder und invasiver Arten. Ihnen wird ein neuer Blickwinkel in Bezug auf künstliche Nisthilfen und aktive Eingriffe in ökologische Systeme aufgezeigt. Wir möchten zeigen, mit welch einfachen Maßnahmen Wildbienen sowie andere Insekten gefördert werden können. Unsere Teilnehmer*innen bekommen zudem auch einen Einblick in Forschungsprozesse.

Hier finden Sie unsere ersten Ergebnisse

in den vergangenen jahren haben wir bereits fleißig zu der asiatischen mörtelbiene geforscht und die ergebnisse in diversen fach- und populärwissenschaftlichen artikeln publiziert. Um allen zugang zu unseren artikeln zu ermöglichen, haben wir bewusst auf open access gesetzt. 

2020

Die Ergebnisse der ersten Jahre Citizen Science wurden 2020 veröffentlicht. In diesem Artikel präsentierten wir die vielen Fundorte, welche unsere Teilnehmer*innen erhoben. Wir stellten fest, dass die Ausbreitung außergewöhnlich rasch vonstattengeht und sich Österreich in einem jungen Invasionsstadium befindet.

2021

Um die Ausbreitungsgeschichte der Asiatischen Mörtelbiene zu rekonstruieren, haben wir populationsgenetische Untersuchungen durchgeführt. Die Mörtelbienen wurden zum Teil von Teilnehmer*innen gesammelt und uns anschließend zur Verfügung gestellt. Dabei konnten wir mehrere Bienengruppen in Mitteleuropa identifizieren. Die ersten genetischen Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass die derzeitige Verbreitung auf mehrere, unabhängige Einschleppungen der Wildbiene auf dem europäischen Kontinent zurückzuführen ist. Den Artikel finden Sie hier

Eine ganz besondere Freude war es, zusammen mit einem Teilnehmer einen kleinen Artikel zur Ausbreitung in Österreich zu verfassen. In den „Beiträgen zur Entomofaunistik“ stellen wir die Asiatische Mörtelbiene als eine Bienenart für Österreich vor. Der Artikel kann hier gelesen werden.

Partner

  • Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • Universität für Bodenkultur Wien
  • Inatura Erlebnis Naturschau GmbH
  • Entomologische Verein Bern
  • Naturschutzbund Österreich
  • Naturbeobachtung.at
  • Pollinature Beehome

Weitere Informationen

  • Themen Tiere
  • Aktivitäten fotografieren, zählen, identifizieren, verorten, beobachten
  • Teilnahme Teilnahme offen
  • Ort Schweiz, Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus
  • Institution Institut für Integrative Naturschutzforschung, Universität für Bodenkultur Wien
  • Projektleitung Julia Lanner
  • Adresse

    Institut für Integrative Naturschutzforschung
    Universität für Bodenkultur Wien
    Gregor-Mendel-Strasse 33
    1180 Wien

  • Telefon +43 6776 4511338
  • E-mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Projekt-Link https://beeradar.info
  • optional: Blog Link https://www.citizen-science.at/blog/teamblog/listings/asiatische-moertelbiene
Montag, 07 Oktober 2019 10:41

Call for Proposals ÖCSK 2020

Der Call for Proposals für die 6. Österreichische Citizen Science Konferenz im Mai 2020 ist online! Unter dem Motto “Citizen Science: Anspruch und Bedeutung” wird die Österreichische Citizen Science Konferenz 2020 der Frage nachgehen, welche Erwartungen an diese Methode herangetragen werden, wie Citizen Science interpretiert wird - und was Citizen Science am Ende zu leisten vermag.

Die Popularität von Citizen Science hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Die steigende Anzahl an Publikationen, Projekten und (inter)nationalen Netzwerken belegt dies eindrucksvoll. War der Begriff vor 10 Jahren im deutschsprachigen Raum noch kaum jemandem geläufig, so findet er sich heute in vielen Dokumenten forschungspolitischer Entscheidungsträger und Organisationen wie z.B. der Europäischen Kommission oder auch in Publikationen der Vereinten Nationen. Parallel zur steigenden Popularität von Citizen Science erhöhen sich allerdings auch die an diese wissenschaftliche Methode herangetragenen Erwartungen. So wird im forschungspolitischen Kontext Citizen Science gerne als wissenschaftlicher Ansatz präsentiert, deren Ergebnisse über die Forschung hinauswirken (sollen). Statt nur wissenschaftlich valide Daten und Analysen zu liefern, soll Citizen Science auch das gesellschaftliche Verständnis für Wissenschaft und Forschung erhöhen und zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob Citizen Science diesen unterschiedlichen Erwartungen tatsächlich gerecht werden kann bzw. soll und auch, welche Bedeutung Citizen Science in der Wissenschaft zukommt.

Wir freuen uns auf zahlreiche Einträge!

Mission und Ziele der Arbeitsgruppe für die Zusammenarbeit im D-A-CH Raum: Das Anliegen der AG ist es, die Zusammenarbeit im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu intensivieren, Gemeinsamkeiten zu nutzen, Best-Practice auszutauschen und kurze Wege des (informellen) Austauschs zu etablieren. Ziel dabei ist es, trilaterale Projektkonsortien zu ermöglichen, Projekte anzustoßen, im internationalen Raum gestärkt aufzutreten, persönlichen Kontakte auszubauen und generell enger zu kooperieren. Darüber hinaus geht es darum, CS sowohl inhaltlich als auch qualitativ im deutschsprachigen Raum weiterzuentwickeln und gemeinsam Schwerpunkte zu eruieren, bzw. zu setzen.

Ansprechpersonen für Österreich:

Daniel Dörler und Florian Heigl

 

Montag, 17 Juni 2019 08:27

NEU: Pilzfinder

geschrieben von

Wir freuen uns sehr, ein neues Projekt auf Östereich forscht willkommen heißen zu dürfen! Im Rahmen des Projektes "Pilzfinder" erheben Citizen Scientists pilzfloristische und phänologische Daten. Über Pilzfinder werden die wissenschaftlich fundierten Daten in die Datenbank der Pilze Österreichs der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft beim jeweils nächsten update übernommen. Das Projekt Pilzfinder hat zum Ziel, das Vorkommen und die Verbreitung der Pilze in Österreich und darüber hinaus umfassend zu dokumentieren und die verfügbaren Daten darzustellen und auszuwerten. Beim Vergleich der Verbreitungsdaten können Zusammenhänge zwischen Temperaturverlauf und Auftreten der Pilzarten erforscht und so Auswirkungen der Klimaänderung analysiert werden.

Mehr Informationen zu diesem spannenden Projekt finden Sie hier: https://www.citizen-science.at/aktuelleprojekte/item/449-pilzfinder

Pilzfinder - darum geht es

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war die Kenntnis wildwachsender Speise- und Giftpilze weit verbreitet. Vor allem in der älteren Bevölkerung wusste man über das jahreszeitliche Auftreten der Pilze Bescheid. Pilzesuchen ist ein beliebtes Hobby bei Alt und Jung, das mit großer Erfahrung einhergeht. Um dieses Wissen zu erhalten, zu erweitern und vor allem auch der jungen Generation näher zu bringen, gibt es jetzt den Pilzfinder. Durch die Klimaerwärmung der letzten Jahre verschiebt sich auch zunehmend das Pilzvorkommen und das Artenspektrum. Von den Folgen der Klimaerwärmung sind besonders höhere Lagen betroffen. Viele Pilzarten haben Ausbreitungs- und Anpassungsstrategien, um auf Klimaveränderungen zu reagieren, ein unmittelbares Gefährdungsrisiko besteht jedoch in Hinblick auf die arktisch-alpin verbreiteten Pilzarten. Funddaten von Pilzen aus verschiedenen Ländern Europas zeigen, dass die Erscheinungszeit der Fruchtkörper in Folge der Klimaerwärmung zunimmt, also Pilze heute im Jahresverlauf über einen längeren Zeitraum auftreten. Auch verschiebt sich häufig die Erscheinungszeit nach weiter hinten im Jahresverlauf. Durch die aktive Mithilfe im Pilzfinder sollen diese Veränderungen der Pilzwelt jetzt erfasst werden können und in wissenschaftliche Auswertungen einfließen. Denn Pilze reagieren unmittelbar auf die wörtlich verrückte Temperaturentwicklung.

Im Rahmen dieses Projektes erheben Citizen Scientists pilzfloristische und phänologische Daten. Über Pilzfinder werden die wissenschaftlich fundierten Daten in die Datenbank der Pilze Österreichs der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft beim jeweils nächsten update übernommen. Das Projekt Pilzfinder hat zum Ziel, das Vorkommen und die Verbreitung der Pilze in Österreich und darüber hinaus umfassend zu dokumentieren und die verfügbaren Daten darzustellen und auszuwerten. Beim Vergleich der Verbreitungsdaten können Zusammenhänge zwischen Temperaturverlauf und Auftreten der Pilzarten erforscht und so Auswirkungen der Klimaänderung analysiert werden.

Mit dem Pilzfinder könnt ihr durch Beobachten und Fotografieren aktiv zur Erhebung des Vorkommens und der Verbreitung der Pilze beitragen. Auf Anfrage stellen wir für nichtkommerzielle Zwecke Meldungen gern zur Verfügung, natürlich auch für die Melder_innen selber. Alle wissenschaftlichen Ergebnisse werden in open Access/und peer-reviewed Journalen veröffentlicht. Es wird auch einen jährlichen Bericht über die Meldungen in den Mitteilungen der Österr. Mykolog. Ges. geben. https://www.univie.ac.at/oemykges/publikationen/mitteilungen-der-oesterr-mykolog-gesellschaft/

Interaktive Karte:

 

Bildergallerie

(zum Vergrößern der Fotos bitte auf das jeweilige Bild klicken)

Weitere Informationen

  • Themen Nahrungsmittel, Wetter, Gesundheit, Pilze
  • Aktivitäten fotografieren, zählen, identifizieren, verorten
  • Teilnahme Teilnahme offen
  • Ort Schweiz, Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus
  • Institution Österreichische Mykologische Gesellschaft Fakultätszentrum für Botanik der Universität Wien
  • Projektleitung Irmgard Krisai-Greilhuber
  • Adresse

    Österreichische Mykologische Gesellschaft
    Fakultätszentrum für Botanik der Universität Wien
    Rennweg 14
    A-1030 Wien, AT

  • E-mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Projekt-Link https://www.univie.ac.at/oemykges/pilzfinder-at/
Donnerstag, 09 Mai 2019 11:17

NEU: Categories to come

geschrieben von

In diesem Projekt geht es um die schönste Nebensache der Welt, und wie wir darüber sprechen. Jede*r ist nicht nur dazu eingeladen die eigene Sexualität in Worte zu fassen, sondern auch neue Worte und Fantasien zu schaffen. Ziel des Projektes ist es, eine Plattform und Ressourcen zu schaffen, die bisher unbenannte Themengebiete der Sexualität im interdisziplinären Kontext besprech- und erforschbar machen. Bürger*innen gestalten aktiv das künftige sexualsprachliche Vokabular mit und geben der Forschung wichtige Impulse. Bürger*innen können eigene Begriffe & Beschreibungen für intime Handlungen & eigenes sexuelles Verlangen aufschreiben. Außerdem können sie Stellen aus Liedern, Büchern oder Filmen, die sexuell erregend sind, sammeln und benennen. Sie können Filme & Fotos und andere kulturelle Werke anschauen und be­schreiben, was dort zu sehen ist und diese verschlagworten.

Das Projekt Categories to Come hilft dabei eine neue Ressource für die Erforschung von Sexualität in verschiedenen Disziplinen aufzubauen. Dies basierend auf zwei Annahmen, nämlich dass 1) das bestehende sexualsprachliche Vokabular nur in Teilen erfasst ist und 2) durch die gesellschaftliche Visualität und der im Erfahrungsraum angesiedelten Sexualität (und somit häufig fehlenden Sprachlichkeit), viele Handlungen und Fantasien noch nicht dem Versuch unterzogen wurden, sie in Worte zu fassen. Künstlerische Forschung verbindet dabei künstlerisches und wissenschaftliches Erkenntnisinteresse miteinander.

Wenn Sie mehr zu diesem spannenden Projekt erfahren möchten, dann schauen Sie unter https://www.citizen-science.at/component/k2/item/444-categories-to-come vorbei!

 

Worum geht es in dem Projekt konkret?

So Vieles dreht sich um das Eine - und doch fehlen uns manchmal die Worte. Wie sprechen wir mit wem über unsere Körper, unsere Vorlieben, Handlungen und Bedürfnisse, wenn es um Sex und sexuelle Befriedigung geht? Jede*r ist nicht nur dazu eingeladen die eigene Sexualität in Worte zu fassen, sondern auch neue Worte und Fantasien zu schaffen. Ziel des Projektes ist es, eine Plattform und Ressourcen zu schaffen, die bisher unbenannte Themengebiete der Sexualität im interdisziplinären Kontext besprech- und erforschbar machen.  

Wie können die Bürger*innen mitforschen?

Bürger*innen gestalten aktiv das künftige sexualsprachliche Vokabular mit und geben der Forschung wichtige Impulse. Bürger*innen können eigene Begriffe & Beschreibungen für intime Handlungen & eigenes sexuelles Verlangen aufschreiben. Außerdem können sie Stellen aus Liedern, Büchern oder Filmen, die sexuell erregend sind, sammeln und benennen. Sie können Filme & Fotos und andere kulturelle Werke anschauen und be­schreiben, was dort zu sehen ist und diese verschlagworten. Sie können Bücher & Texte lesen und Stellen mit sexuellen Handlungen herausfiltern & sie verschlagworten

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die Ergebnisse bilden eine Ressource, um bisher unbenannte Themengebiete der Sexualität abzubilden. Diese Datensammlung wird öffentlich bereitgestellt und kann für linguistische, sozial- und sexualwissenschaftliche, gender-, medien- oder literaturbezogene Forschungsfragen sowie zur Kunstproduktion herangezogen werden.

Wozu trägt die Forschung bei?

Categories to Come hilft dabei eine neue Ressource für die Erforschung von Sexualität in verschiedenen Disziplinen aufzubauen. Dies basierend auf zwei Annahmen, nämlich dass 1) das bestehende sexualsprachliche Vokabular nur in Teilen erfasst ist und 2) durch die gesellschaftliche Visualität und der im Erfahrungsraum angesiedelten Sexualität (und somit häufig fehlenden Sprachlichkeit), viele Handlungen und Fantasien noch nicht dem Versuch unterzogen wurden, sie in Worte zu fassen. Künstlerische Forschung verbindet künstlerisches und wissenschaftliches Erkenntnisinteresse miteinander. Anders als bei rein wissenschaftlicher Forschung erlaubt es das künstlerische Element auch kreativ zu werden und neue Worte zu schöpfen. So trägt Categories to Come dazu bei, die Forschung in Bezug auf Sexualsprache und sexuelles Verlangen vielfältiger zu machen. An diesem Projekt wird deutlich, was der künstlerische Anteil in einem Forschungszusammenhang sein kann, wie er eine andere Art von Wissen produziert als rein wissenschaftliche Forschung und wie dies im interdisziplinären Kontext einen Beitrag liefern kann. Dadurch, dass die Ergebnisse öffentlich zugänglich sind, können Bürger*innen selbst die Datenbank nutzen und neue Arten und Begriffe finden, um über Sexualität zu sprechen. Hierdurch wird einer Tabuisierung entgegengewirkt und eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität befördert.

Bildergallerie

Weitere Informationen

  • Themen Medien, Kultur, Sprache
  • Aktivitäten diskutieren, schreiben, übersetzen
  • Teilnahme Teilnahme offen
  • Ort Weltweit, Europa, Schweiz, Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus
  • Projektleitung Johanna Barnbeck
  • E-mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Projekt-Link https://www.categoriestocome.org/
Donnerstag, 28 März 2019 15:09

NEU: NestCams

geschrieben von

Wir freuen uns sehr, ein neues Projekt auf Österreich forscht begrüßen zu dürfen. Mit NestCams ist bereits das vierte Citizen Science Projekt der Konrad-Lorzenz-Forschungsstelle der Universität Wien auf unserer Plattform vertreten. Mit diesem Projekt werden die Zusammenhänge zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg bei zwei Vogelarten (Graugänse, Waldrappe) untersucht. Gemeinsam mit Citizen Scientists wird erforscht, warum es innerhalb einer Schar bzw. Kolonie Paare gibt, die bei der Brut und der Aufzucht der Jungtiere erfolgreich sind und welche, die keinen Erfolg haben.

Wenn auch Sie wissen möchten, wie genau man bei diesem spannenden Projekt mitmachen kann, dann schauen Sie vorbei unter https://www.citizen-science.at/aktuelleprojekte/item/435-nestcams

In diesem Projekt können Bürgerinnen und Bürger an einem wissenschaftlichen Projekt zur Erforschung des Brutverhaltens von Graugänsen und Waldrappen mitarbeiten.

Die Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF, eine Core Facility der Universität Wien) widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1973 u.a. der Erforschung der sozialen Systeme von freifliegenden Vögeln. Insbesondere drei Vogelarten werden als Modelle verwendet: Graugänse, Raben und Waldrappe.

Worum geht es?

Mit diesem Projekt werden die Zusammenhänge zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg bei zwei Vogelarten (Graugänse, Waldrappe) untersucht. Die ausgewählten Arten verwenden unterschiedliche Strategien: Graugänse sind langzeitmonogam, das Nest wird ausschließlich vom Weibchen betreut und die Jungtiere sind Nestflüchter. Bei den saisonal-monogamen Waldrappen wird das Nest von beiden Paar-Partnern betreut und die Jungen sind Nesthocker.

Ziele des Projekts NestCams

Gemeinsam mit Citizen Scientists wird erforscht, warum es innerhalb einer Schar bzw. Kolonie Paare gibt, die bei der Brut und der Aufzucht der Jungtiere erfolgreich sind und welche, die keinen Erfolg haben.

Wer kann teilnehmen?

Für die Teilnahme am Projekt NestCams benötigen Sie einen Computer mit Internetzugang.

Wie kann man teilnehmen?

Um teilnehmen zu können, besuchen Sie bitte unser Projekt NestCams auf der Plattform Zooniverse (https://www.zooniverse.org/projects/spotteron/nestcams). Eine Teilnahme ist auf EN und DE und ohne Registrierung möglich. Um im „Talk“ mit den Projektmitarbeiter*innen in Kontakt treten zu können, ist eine Registrierung notwendig.

Bei Fragen zum Projekt kontaktieren Sie uns bitte.

 

Weitere Informationen

  • Themen Tiere
  • Aktivitäten Online Spiel, zählen, beobachten
  • Teilnahme Teilnahme offen
  • Ort Weltweit, Europa, Schweiz, Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus
  • Institution Core facility KLF für Verhaltens- und Kognitionsbiologie Universität Wien
  • Projektleitung Didone Frigerio
  • Adresse

    Core facility KLF für Verhaltens- und Kognitionsbiologie
    Universität Wien
    Fischerau 11
    4645 Grünau im Almtal

  • E-mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Projekt-Link https://www.birdscience.net/participate/nestcams

Wie steht es um Citizen Science Projekte in der Schweiz?

Durch die Tradition der Naturforschenden Gesellschaften seit dem 19. Jahrhundert beeinflusst, ist in der Schweiz der Bereich der Naturbeobachtung sehr gut abgedeckt. Bei Methoden wie Foto- oder Tonaufnahmen hochladen, Bilder analysieren oder beim Gamen existieren in der Schweiz jedoch keine oder kaum Projekte. Auch im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften sind Citizen Science Projekte dünn gesät. Dabei ist das Potential für Citizen Science in der Schweiz gross – bezüglich aller Themen und Formate.

Um eine Übersicht über Citizen Science in der Schweiz zu schaffen und die Anbieter:innen von Citizen Science Projekten besser zu vernetzen wurde das „Citizen Science Netzwerk Schweiz“ geschaffen, aus welchem diese Webseite entstanden ist. Auch falls Sie selbst ein Citizen Science Projekt starten oder als Freiwillige oder Freiwilliger an einem Citizen Science Projekt teilnehmen möchten, ist www.schweiz-forscht.ch die richtige Anlaufstelle.

Unter dem Hashtag #SchweizForscht können Sie sich an der Debatte in den sozialen Netzwerken, vornehmlich Twitter, gerne beteiligen.

Forschung über Citizen Science

In der Schweiz wird auch über die Entstehung von Citizen Science sowie über die Eigenschaften von Citizen Scientists geforscht. Mehr darüber unter citizensciences.net.

Wie ist die Wahrnehmung von und Erfahrungen mit Citizen Science an Hochschulen (HEI)? Diesen Fragen sind wir 2019 in einer Umfrage im Auftrag von swissuniversities nachgegangen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Forschenden finden Citizen Science im Allgemeinen interessant und viele sind aufgeschlossen, die Methode selbst anzuwenden.

  1. Es werden (mehr) Informationen benötigt: Das allgemeine Feedback zu Citizen Science ist positiv – viele Forschenden bedauern aber, dass sie nicht mehr über die Methode und das Potenzial von Citizen Science wissen. Grundsätzlich besteht ein Informations- und Klärungsbedarf über Citizen Science als Methode, der Wunsch nach Inspiration über bestehende Projekte im Sinne von Good Practice, sowie Hinweise darauf, welcher Mehrwert erzielt werden kann.
  2. Unterstützung und Anerkennung sind unerlässlich: Die Forschenden wünschen sich Unterstützung für die Anwendung der Methode (Zeit, Finanzen, Umgang mit der Öffentlichkeit, Kommunikation). Und die Anerkennung von Citizen Science durch das Wissenschaftssystem muss höher werden.
  3. Citizen Science soll Forschung in und für einen realen Kontext sein (und nicht l'art pour l'art): Nicht jede:r Forschende muss Citizen Science machen, und nicht jede Forschung ist dafür geeignet – aber Citizen Science kann eine grosse Chance für viele Forschende sein. Drei Fragen sind wichtig: 1. Ist Citizen Science grundsätzlich für meine Forschung geeignet? 2. Ist Citizen Science eine effiziente Methode für meine Fragestellung? 3. Entspricht Citizen Science meinen individuellen Interessen und/oder Möglichkeiten?

Weiterführende Links und Downloads

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